Jahresbericht 2000


 

Jahresbericht 1998

Jahresbericht 2002

Jahresbericht 2006

Jahresbericht 2010

Jahresbericht 2014

Jahresbericht 1999

Jahresbericht 2003

Jahresbericht 2007

Jahresbericht 2011

 

Jahresbericht 2000

Jahresbericht 2004

Jahresbericht 2008

Jahresbericht 2012

 

Jahresbericht 2001

Jahresbericht 2005

Jahresbericht 2009

Jahresbericht 2013

Jahresbericht 2015

 

Mit dem neuen Jahrtausend stand für Kids Kidney Care die Kommunikation im Vordergrund. Nun hatte die Hilfsorganisation nicht nur eine Botschaft über die Nierenkrankheit und die Organspende an die Bevölkerung zu bringen, sondern durch die vielen Benefizaktionen, die durchgeführt worden sind, auch eine eigene Geschichte.

Im Frühling wurde unser erstes Journal "In Touch" mit der karitativen Unterstützung von Straumann AG ausgezeichnet gestaltet. Die Eltern von Betroffenen haben uns erlaubt, die Krankengeschichten ihrer Kinder zu erzählen. Dadurch haben wir die Unterstützung, welche die Organisation anbietet, personalisieren können. "In Touch" hat eine sehr positives Echo in der Bevölkerung, wie aber auch bei den Sponsoren und der Presse gefunden. Zunächst haben wir zusammen mit Platinum Webperformance begonnen eine Homepage aufzubauen. Durch diese Website erreichten uns viele e-Anfragen über die Organspende und wir konnten damit einem neuen Publikum Spenderausweise zukommen lassen. Eine nötige weitere Gestaltung der Homepage sahen wir für 2001 voraus. Als Begleitmaterial zum Journal und der Homepage kreierten wir einen "Ideenkatalog". Darin können Interessierte eine Beschreibung über kleine sowie grosse mögliche Anlässe nachsehen, die sie zugunsten Kids Kidney Care als Fundraising-Aktivitäten selbst durchführen könnten. Da unser Verein aus einem kleinen Kern von Aktivmitglieder besteht, begrüssen wir alle Aktionen, die für uns von anderen Organisationen veranstaltet werden.

 

Im Frühjahr begannen wir auch eine Beziehung zu den Kiwanis Clubs in Zürich aufzubauen. Kiwanis Dolder, zusammen mit Kiwanis Oberstrass führte eine intensive Osteraktion für uns durch. Schön bemalte Ostereier wurden von ihnen einzeln verpackt und verteilt. Innert drei Tagen hatten die Clubs 1000 "Designer"-Eier verziert und verkauft. Mit grosser Dankbarkeit wurden die Einnahmen u.a. für Nachhilfeunterricht für ein Kind gezielt eingesetzt, das ein neues und voll integriertes Leben nach der Transplantation anstrebte. Anfangs April besuchte uns die Präsidentin Kiwanis Manesse hinsichtlich organisatorischer Unterstützung für ein Kinder-Halloween-Fest. Dieser Besuch führte zu weitere Treffen mit Mitgliedern der Kiwanis Clubs der Division 14, um mit einer Informations-Vortragsreihe über die Tätigkeit von Kids Kidney Care den Weg für eine spätere versprochene Unterstützung durch die Clubs zu ebnen. Vorträge bei Frauenvereinen fanden ebenfalls während dem ganzen Jahr statt.

 

Gleichzeitig starteten wir eine Zusammenarbeit mit dem Samariterverband. Die Präsidentin wurde für die Zeitung "Der Samariter" interviewt, um für die Organspende zu werben. Es war die Idee einer Samariterin, die sie aufnahm und an alle Organisationen von Blutspendeaktionen weiterleiten wollte. Dass die Samariter die Organspenderausweise im Warteraum auflegen würden, damit die Blutspender sich vielleicht zu einer Organspende motivieren lassen. Und tatsächlich! Die Anfragen kamen in einer Flut von Sempach-Stadt bis nach Sargans. Ebenfalls durften wir im April beim Ökumenischen Suppentag eine enge Beziehung zu der christkatholischen Kirche beginnen, die uns regelmässige Unterstützung schenkt.

 

Per Ende Februar haben wir unsere Stellungnahme zum Transplantations-Gesetzesentwurf dem Bundesamt für Gesundheit abgeliefert. Es gab einige Punkte die uns fremd anmuteten. Für ein Exemplar unserer gesamt Stellungnahme dürfen sich die LeserInnen an Kids Kidney Care oder das eidgenössische Departement des Innern wenden. Hier sind die wichtigste Punkte ohne die dazu gehörenden Argumente:

 

  1. Wir können der Ausweitung des Geltungsbereichs des Gesetzes für die Xenotransplantation nicht zustimmen und verlangten, das gesamte Kapitel darüber aus dem Gesetzentwurf zu nehmen

  2. Wir sind gegen jeglichen Eintrag in ein Transplantationsregister

  3. Artikel 17b (Voraussetzungen der Entnahme) ist zu streichen, da er Lebendspenden für einen Nierenpatienten verbietet

  4. Wir sind gegen eine Kommission für Lebendspenden

  5. Wir sind der Meinung, dass ein Arzt eine angemessene Diskriminierung ausüben muss

  6. Wir möchten AusländerInnen gleich wie Schweizer behandeln.

  7. Alle klinischen Versuche an unmündigen, entmündigten oder urteilsunfähigen Personen sind zu verbieten

  8. Der Bund soll mit geeigneten Werbemitteln die Bevölkerung aufklären und animieren, ihre Zustimmung zur Transplantation mit entsprechenden Mitteln (z.B. Spenderausweise) zu dokumentieren

Anschliessend haben wir uns entschieden, eine Assoziation mit der Swiss Transplant zu akzeptieren, solange diese eine eigene Stellungnahme nicht ausschliesst. Die Verbindung entstand, damit die gegenseitige Information über Ziele und Tätigkeiten gewährleistet und dass zu wichtigen aktuellen Problemen auch gemeinsame Stellungnahmen ausgearbeitet werden könnten. Als Folge haben wir ein ganzseitiges Inserat im Swiss Transplant "Bulletin" kostenlos platzieren dürfen, welches Eltern-Organisationen und Patientenvereinigungen über unsere angebotene Unterstützung informierte.

 

Während der ersten Hälfte des Jahres besuchte die Präsidentin mehrere Dialyse-Stationen um den Sozialdiensten und Ärzten nicht nur unsere Unterstützung anzubieten, sondern sie auch für unser Anliegen zu motivieren. Ohne die Beihilfe der involvierten Ämter war es schwierig, die von der Bevölkerung geschenkten Spendergelder genau dort zu platzieren wo die grösste Not existiert. Bevor Kids Kidney Care gegründet wurde, mussten die Betroffenen sich bei allgemeinen Hilfsorganisationen bewerben, um finanzielle Hilfe nachzusuchen, welche dann selbstverständlich nicht immer zur Verfügung stand. Glücklicherweise können wir berichten, dass wir nun im Klartext mit den Sozialdiensten reden können. Die Hilfe, die wir bieten, spannt sich über ein breites Spektrum. Neu dürfen wir Zahnpflege anbieten, welche für nierenkranken Kinder die ständig erbrechen, ein sehr nötiger Teil der Behandlung und Mundhygiene ist und welche meistens von der Invalidenersicherung nicht übernommen wird.

Unsere erste eigene Wohltätigkeitsaktion des Jahres haben wir gezielt auf den Muttertag angesetzt. Die gesamtschweizerische Aktion "Liebe zweimal schenken", unterstützt von der Schweizer Familie, der Berner Zeitung und der lokalen Presse, gewann viel Teilnahme unter der Bevölkerung. Wir verkauften einzelne Rosen, die von uns nach der Bestellung sorgfältig eingepackt und mit einer Botschaft per Post-Express versandt wurden.

Leider hat die Schweizerische Post versagt. Rechtzeitig versandte Rosen wurden liegen lassen oder sind zu spät und verwelkt eingetroffen. Unsere Kundschaft resp. Spender reagierten entsetzt, da nicht nur für sie und ihre Mütter der Muttertag verdorben war, sondern auch weil diese Fehlleistung der Post Kids Kidney Care in Verruf brachte. Nachdem unsere Rechtsanwälte sich für uns pro bono eingesetzt hatten, und der Tages Anzeiger eine Erklärung für dieses Geschehen verlangt hatte, wurden unsere Versand-Kosten durch die Post storniert und eine Spende an Kids Kidney Care überwiesen. Ebenfalls schrieb sie an unsere Kunden um sich zu entschuldigen. Die Gutmütigkeit der Teilnehmenden zeigte sich, indem sie für die Rosen trotzdem grosszügig spendeten.

Gleichzeitig haben wir die vom Grossisten geschenkten edlen, langstieligen Rosen an Muttertags-Märkten verkauft. Hier fanden wir eine überwältigende Akzeptanz für die Aktion, was uns bewog, diesen Rosenverkauf zukünftig als Kids Kidney Cares alljährliche Identifikations-Aktion aufzubauen. Im Sinne des Muttertags wurden die ganzen Einnahmen der Aktion für die Entlastung von Müttern mit chronisch nierenkranken Kindern eingesetzt: damit sie weiterhin die langzeitige Betreuung mit voller Kraft durchführen können.

 

Ein ganz spezieller Dank ging zu diesem Zeitpunk an das Altersheim Schöfflisdorf, das uns den Erlös seines Muttertags-Marktes vollumfänglich geschenkt hat. Die Damen und Herren im Heim hatten sich grosse Mühe gegeben, ein ganzes Jahr lang zu nähen und zu schreinern um ihr Handwerk zugunsten nierenkranker Kinder zu verkaufen. Bis in den Sommer haben wir selber weitere Märkte besucht um den Restbestand unserer Börse 1999 zu verkaufen, haben aber bemerkt, dass wir nicht genügend Manpower für eine regelmässige zukünftige Marktpräsenz haben.

Die Planung der zweiten grossen Aktion, der Höhepunkt des Jahres, begann bereits in den Sommerferien. In karitativer Zusammenarbeit mit www.ricardo.ch konnten wir eine von der ZSC Eishockey Meistermannschaft signierte und bemalte Kuh im Lebensgrösse - geschenkt von Ernst Meier, Präsident des ZSC - zur Auktion ins Internet stellen. Im weiteren schenkte uns die Künstlerin Gaby Müller ein Gemälde der ZSC Meistermannschaft "Jubel nach dem Tor von Plasvic", welches ebenfalls zur Auktion kam. Die Höchstbietenden durften wir dann zur Endversteigerung am 1. September ins Restaurant Sonnenberg einladen, wo wir zusammen mit Ernst Meier und Jacky Donatz dazu ein Charity Dinner organisierten. Der Abend war ein Super-Erfolg. Unsere gut gelaunten Gäste spendeten mit Grosszügigkeit. Die Kunstauktion wurde im Zürich Express, 20 Minuten, und der Neuen Zürcher Zeitung u.a. vorangekündigt und mit einer Fotoreportage in der Schweizer Illustrierte darüber berichtet. Die neue Besitzerin der Kuh, Alt Nationalrätin Emilie Lieberherr, wurde in Radio 24 interviewt und die Taufe der Kuh im Radio wurde Kids Kidney Care ebenfalls gewidmet.

 

Trotz diesem Erfolg war der 1. September 2000 für uns bei Kids Kidney Care ein trüber Tag. Am Morgen schon vertrat die Präsidentin die Hilfsorganisation bei der Trauerfeier des Kick-Boxing-Weltmeisters Andy Hug. Fredy Burger hatte Ilona Hug über unsere Arbeit erzählt. In Nephrologie Abteilungen werden auch krebskranke Kinder behandelt, u.a. wegen Nieren-Tumoren oder einem Nierenversagen als Folge der Leukämie. Frau Hug bat die Trauernden statt Blumen, Spenden an unsere Organisation zu schenken. Wir haben bereits von anderen Familien Spenden von Trauerfeiern erhalten. Diese Art von Zuwendungen bewegen uns immer wieder. Frau Hug verhalf uns mit ihrer Entscheidung zu einer verbreiterten Annerkennung in der Öffentlichkeit.

Ende September ging Prof. Ernst Leumann, Leiter der Nephrologie des Kinderspitals Zürich und Gründungs-Ehrenmitglied von Kids Kidney Care, in Pension. Die Präsidentin wurde von der Spitaldirektion eingeladen, eine Ansprache beim Abschiedssymposium zu halten. Dies erachten wir als eine Ehre. Da Leonie Zeller das erste Kids Kidney Care Kind und eine Patientin von Prof. Leumann war, schenkten wir ihm Leonie's Baby-Elefanten-Plüschtier, welches als Symbol unseres Logos gemeint war. Diese Geste wirkte sehr emotionell. Prof. Leumann wird uns im Spital sehr fehlen, doch steht er der Hilfsorganisation weiterhin als aktives Mitglied und Berater bei.

 

Im letzten Quartal des Jahres hatten wir eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen. Wir nahmen Teil an dem von BATS in Basel organisierten Symposium über die Stammzellforschung. Dabei wurde uns klar, dass man mit der Grenzforschung immer das Endziel im Auge behalten muss. Der mögliche Missbrauch eines erfolgreich erforschten Gebiets, darf die Entwicklung der Vorteile nicht behindern. Wir haben ethische Fragen im Vorstand bearbeitet, welche sich bereits zu Beginn des Jahres mit der Stellungsnahme zum Transplantationsgesetz abzeichneten. Wir nahmen am vom Bundesamt für Gesundheit veranstalteten Publiforum über Transplantationsmedizin in Bern teil und haben kontinuierlich unsere Netzwerke bearbeitet um eine bessere Situation für die Familien mit nierenkranken Kindern zu schaffen.

 

Kids Kidney Care verzichtet auf eine Weihnachtsaktion, da die Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt mit Spendenanfragen überlastet ist. Zum Jahresende hat es uns grosse Freude bereitet, als wir doch von verschiedenen Firmen substantielle Weihachtspenden erhielten, ohne uns dafür beworben zu haben. Dies nehmen wir als Zeichen, dass unser Name und unsere Arbeit nach drei Jahren intensiver eigener Mittelbeschaffung respektiert und als nötig erachtet wird. In weiteren bekamen wir Unterstützung vermehrt durch die internationale Gesellschaft: ihre Kirchen und Schulen.

 

Im Dezember wurden wir das erste Mal um Unterstützung aus dem Welschland und dem Wallis angefragt und freuen uns, im nächsten Vereinsjahr unsere Einnahmen einer breiteren Gruppe von nierenkranken Patienten zukommen zu lassen.

Wie bisher arbeitet Kids Kidney Care ehrenamtlich.

 

 

Die Präsidentin

 

Windlach, den 15. März 2001

 

 

 

...zurück

 

Das unbehandelte Nierenversagen ist 100% tödlich!
PC Konto: 90-791745-7 / Bank Sparhafen, 8022 Zürich, Kto Nr. 165.048.237.08, IBAN CH09 0680 8016 5048 2370 8

home

top