Die Liebe triumphiert

Ida-Lizas Glück - eine Zukunft gerettet durch die Lebendspende
 

 
 

Text: Viviane Schwizer

In der Ausgabe 2/99 von der Zeitschrift "Sprechstunde" wurde über Ida-Liza berichtet. Damals lag sie 3mal in der Woche auf der Dialysestation. Trotz Organmangels, aber dank einer guten Übereinstimmung der notwendigen Kriterien zwischen ihr und ihrer Mutter, durfte sie eine neue Niere durch die Lebendspende bekommen. Lesen Sie über die herzige Ida-Liza und wie sie mit ihren eigenen Worten darüber berichtet wie es ihr heute geht.

 

Ruhig liegt Ida-Liza in den weissen, weichen Kissen im Spitalbett auf der Dialysestation des Kinderspitals. Rot fliesst das Blut in den Schläuchen des Dialyseapparates. Es wird maschinell in der Hämodialyse gereinigt, weil Ida-Lizas Nieren, die vermutlich seit Geburt beeinträchtigt sind, ihren Dienst seit einigen Monaten praktisch gar nicht mehr übernehmen. Die knapp Elfjährige wirkt müde. Schliesslich müssen sie und ihre Mutter zweimal in der Woche von ihrem Wohnort aus nach Chur reisen und einmal sogar nach Zürich, um die Prozedur über sich ergehen zu lassen. Trotzdem wehrt sich das Mädchen nicht gegen die medizinischen Eingriffe. Ida-Liza weiss, dass diese Behandlungsweise, wöchentlich dreimal zirka vier Stunden an der Maschine angeschlossen zu sein, für sie wichtig ist – überlebenswichtig.

 

Manchmal wird Ida-Liza die Zeit an der Hämodialyse lang. Zwar hat die Drittklässlerin Schulaufgaben, die sie auch liegend anpacken kann. Trotzdem ist es etwas anderes, im Spitalbett zu rechnen und zu lesen, als im Klassenverband zu lernen, wo Spiel und Spass mit Gleichaltrigen den Schulalltag unterbrechen. Die Ergotherapeutin, die Ida-Liza und die anderen "Dialyse-Kinder" im Zürcher Kinderspital regelässig aufsucht, hilft den beeinträchtigten Patienten, trotz Schläuchen und Kathetern in den Alltagsverrichtungen möglichst selbständig zu bleiben. Ein "Zückerchen" sind da auch die sonst für Nierenpatienten verbotenen Lebensmittel, etwa Pommes Chips und Schokolade, welche die Kinder nun, während der ersten Stunde an der Dialyse, essen dürfen.

 

Nicht zu vergessen Ida-Lizas fünfköpfige Familie: Sie trägt die Sorgen um die Gesundheit der mittleren Tochter solidarisch mit. Manchmal ist es zwar für die fünfjährige Cindy, Ida-Lizas jüngere Schwester, schwer, tageweise auf ihre Mutter und ihre Schwester zu verzichten oder diese nach Zürich zur Dialyse zu begleiten. Für die ganze Familie ist klar, dass Ida-Liza wieder von der Dialyse loskommen soll. Vorabklärungen haben ergeben, dass sich die Nieren der Mutter für eine Transplantation eignen würden. Für Ida-Lizas Mutter keine Frage: "Ich habe mich für die 'Lebendspende' einer meiner Nieren entschieden, um meiner Tochter wieder ein selbständiges Leben zu ermöglichen."

 

 

In ihren eigenen Worten

1996 hat mein Hausarzt festgestellt, dass mein Blut nicht in Ordnung war, ich war denn auch viel müde, ohne Kraft und Energie und sehr bleich.

 

Wenn die Nieren nur noch 10 bis 15% arbeiten, kann man ohne Dialyse oder ohne eine Nierentransplantation nicht mehr leben.

Bei mir haben beide Nieren zusammen noch etwa 5% gearbeitet. Ich musste ca. 9 Monate Dialyse machen und das 3 Mal in einer Woche (4 Stunden pro Dialyse) bis ich im August 1999 die Spendeniere bekam.

Solange die Niere mindestens zur Hälfte noch arbeitet, spürt der Mensch noch nichts von Problemen, die Blutwerte bleiben immer noch im normalen Bereich. Daraus kann man ersehen, dass es genügt, wenn eine Niere richtig funktioniert, der Mensch kann also mit einer einzigen Niere leben.

Man muss also nur eine Niere ersetzen!! Mit zwei gesunden Nieren kann man also eine davon spenden – Darum habe ich eine Niere von meiner Mutter bekommen können! – Aber nur, weil meine Mutter gesund war und gutes Blut hatte, sonst wäre es auch nicht gegangen.

In der Zeit wo man die Dialyse machen muss ist man sehr eingeschränkt.

  • Ich durfte wenig Sport treiben und was erlaubt war, dann nur mit einem Fistelschutz auf dem Arm; ich durfte nicht baden oder im Sand sein.

  • Ich durfte nicht weit vom Spital bleiben – keine Ferien also.

  • Ich musste eine furchtbar strenge Diät befolgen – alle meine Lieblingsessen wurden mir verboten.

  • Ich fehlte in der Schule und meine Freizeit verbrachte ich auf der Dialyse.

  • Ich war sehr oft erschöpft.

  • Viele Kinder können nicht mehr wasserlassen – sie brauchen die Dialyse – so werden sie aufgeblasen. Es ist nicht schön.

  • Die Kinder die einen Katheter haben, müssen wegen Infektionsrisiko sehr aufpassen.

Nach der Operation, also nachdem man eine neue Niere bekommen hat, muss man nicht mehr zur Dialyse. Ich, aber auch meine Eltern, sind sehr glücklich darüber.

Nun muss ich halt täglich am Morgen und am Abend bestimmte Medikamente einnehmen ABER:

  • ich darf wieder alles essen was ich will

  • ich kann Sport treiben soviel wie ich will

  • ich kann ganz einfach wieder leben wie alle gesunden Menschen

Ich hoffe, mein Thema war für euch interessant und dass es mir gelungen ist, euch zu zeigen,

wie wertvoll es ist gesund zu sein!!!

 
 

 

 

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